High Five: Die 5 Top Fantasy Running Back Prospects 2020

High Five: Die 5 Top Fantasy Running Back Prospects 2020
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Die 2020er Running Back-Klasse ist zwar in der Breite nicht ganz so spektakulär und es gibt auch nicht wirklich viele Teams, die eine vakante Workhorse-Rolle haben, aber einige Talente sind doch ganz spannend. Wir geben euch einen kurzen Überblick über die Top Prospects und bewerten sie aus Fantasy-Sicht. Die hier geschriebenen Texte sind Zusammenfassungen aus unseren ausführlichen Scouting-Berichten, die ihr in unserem Scoutradar findet.

1. Jonathan Taylor, Wisconsin

Jonathan Taylor kommt von einer lauflastigen College Offense in den Draft. Zweimal in Folge legte er die meisten Rushing Yards, Touchdowns und Plays from Scrimmage in der Big Ten auf und schrammte um 1.000 Yards am all-time record für die meisten Rushing Yards am College vorbei – eigentlich nichts für einen Running Back, der in nur drei Jahren im Schnitt über 2.000 Yards gelaufen ist. Damit rangiert er auf Platz sechs der ewigen Bestenliste.

Stärken

Taylor kann Blocks sehr gut lesen und breakthrough lanes sehr schnell identifizieren und dabei kleinste Lücken attackieren. Er zeigt immer wieder Geduld hinter der Line und vertraut darauf, dass sich Lücken auftun. Seine Reaktionsgeschwindigkeit ist teilweise phänomenal. Er ist sehr schwer zu Boden zu bringen und seine Yards after Contact sind mitunter sehr beeindruckend. In der Regel kann er das erste Tackle brechen und bei vielen Plays fragt man sich, wie er aus der Situation noch so viel herausholen konnte. Er ist in der Lage den Pile nach vorne zu bewegen und hat ein sehr gutes Pad Level vor dem Kontakt. Eine weitere große Stärke von Taylor ist sein Speed. Er hat sowohl den Antritt als auch den Longspeed um gegen die Defender zu gewinnen und Homeruns zu kreieren. Im Receiving Game ist er solide.

Schwächen

Leider fehlt es Taylor an Agilität und Lateral Movement. Explosive Juke Moves oder Cutbacks sieht man bei ihm nicht und er kann die O-Line nicht so tief attackieren wie andere Running Backs. Brenzlig wird es auch, wenn Taylor aus der Geschwindigkeit die Richtung ändern muss. Das kostet teilweise Yards und es gelingt ihm selten, den ersten Kontakt komplett zu vermeiden. Im Second Level zögert Taylor manchmal zu viel, anstatt einfach durch den Defender durch zu laufen. In drei Jahren am College schaffte er es, den Ball achtzehnmal zu fumblen!!! Auch wenn er eine absurd hohe Anzahl an Touches hatte, ist das eine Red Flag, die man im Hinterkopf behalten sollte.

Ausblick

Für mich bringt Taylor den höchsten Floor der diesjährigen Running Backs mit. Vor allem seine Power und sein Speed bilden eine solide Grundlage und eine Rolle als 3-Down-Back sollte auf jeden Fall drin sein.

In den meisten 1QB Fantasy Drafts wird er wohl als erster Spieler vom Board gehen, spätestens wohl aber in den Top 3.

Jonathan Taylor im S2F Scoutradar

Mögliche Landingspots

2. J.K. Dobbins, Ohio State

J.K. Dobbins schaffte in all seinen Seasons über 1.000 Rushing Yards (der erste Ohio State Spieler, dem das gelang) und mindestens 22 Receptions. Besonders 2019 war er sehr erfolgreich und konnte in der Big Ten die meisten Rushing Yards, Rushing Touchdowns und Yards per Attempt erzielen. Landesweit lag er in den ersten beiden Kategorien auf Platz drei.

Stärken

Bei Dobbins hat man über den Verlauf der Saison einige Fortschritte gesehen. Er glänzte vor allem bei Zone Blocking-Läufen, bei denen es ihm sehr leicht fällt, die richtige Lücke zu finden und zu attackieren. Er hat gutes Lateral Movement, was ihm in einigen Situationen zu gute kommt (Cutbacks, Juke Moves). Er hat einen unglaublich bösen Stiff Arm und ist im Open Field unberechenbar. Dobbins hat einen klasse Burst, mit dem er durch die Line brechen kann. Bei vielen Runs sieht man, wie er in den zweiten Gang schaltet. Er ist unglaublich schwer zu Boden zu bringen und kämpft um jedes Yard. Sein Legdrive ist super und mit nur einem Defender meistens nicht zu stoppen. In Pass Protection gefällt er mir auch richtig gut. Er kann Blitzer identifizieren und hat eine gute Technik. Einem guten Quarterback sollte er genug Zeit verschaffen, was ihn zu einem wertvollen 3-Down-Back macht. Als Passempfänger kann man auch nicht viel meckern.

Schwächen

Etwas schade ist, dass Dobbins sehr schnell aus dem Tritt zu bringen ist. Wenn er Kontakt an den Füßen bekommt, kann er meistens nur noch nach vorne hechten, aber sein Gleichgewicht nicht wieder stabilisieren. Sein Longspeed lässt insgesamt auch etwas zu wünschen übrig und auch sein Einsatz als Short Yardage Back ist etwas zweifelhaft. Oft wurde er immer wieder kurz vor dem Ziel gestoppt.

Ausblick

Ich bin ein großer Fan von Dobbins und habe auch bei ihm keine Sorge, dass er eine Workhorse-Rolle übernehmen kann. Gerade mit der Upside im Receiving Game sollte er konstante Produktion liefern.

In 1QB Rookie Drafts ist er wohl im ersten Drittel der ersten Runde vom Board.

J.K. Dobbins im S2F Scoutradar

Mögliche Landingspots

3. D’Andre Swift, Georgia

D’Andre Swift spielte in den letzten drei Jahren hinter einer Top 3 College O-Line, was eine Erklärung für die starken Rushing-Zahlen ist. Sei es 2017 mit Nick Chubb und Sony Michel oder 2018 mit Elijah Holyfield und Swift – in beiden Jahren gab es zwei 1.000 Yard Rusher in Georgia. Zwar konnte Swift 2019 seine Rushing Yards noch steigern, die Abwesenheit eines zweiten Top Rushers aber nicht nutzen. Somit ist sein Senior Year statistisch etwas enttäuschend, auch wenn er sehr effizient war.

Stärken

Vor allem das Lesen von Blocks ist eine große Stärke von Swift. Besonders bei Short Yardage-Situationen fällt auf, dass er es nicht mit Power sondern durch das Nutzen von Lücken zum Touchdown schafft. Er ist sehr gut darin das Play nach außen zu tragen wenn er keine Lücke findet. Hier attackiert er die Line of Scrimmage sehr gut und lockt die Defender in die Mitte, nur um dann nach außen auszubrechen. Hier ist er kaum zu stoppen und kann den Defendern die Winkel abnehmen. Durch einen sehr guten Antritt ist er schnell auf Betriebstemperatur und kommt bei den Outside Runs immer zu Raumgwinn. Swift hat einen unfassbar gefährlichen Ausfallschritt, der den Defender auch gerne mal ins Leere fliegen lässt. Er hat gute Hände, wenn auch nicht die beste Fangtechnik, und ist in der Lage, solide Yards nach dem Catch zu holen. Er hatte sogar einige tiefe Receptions, die allerdings eher auf Busted Coverages zurückzuführen sind, als auf gute Route Running Skills. Beim Blocking ist er ebenfalls solide und kann sowohl den Gegenspieler im Stand aufnehmen, als auch gut abgepasste Cut Blocks setzen.

Schwächen

Bei vielen oben genannten Punkten sehe ich „nur“ einen überdurchschnittlichen Back, der abhängig vom Scheme und der O-Line ist und das, was für ihn geblockt wird, sehr gut maximieren kann. Vereinzelt rennt er in seine Blocker und ist sehr hüftsteif. Deshalb muss er oft parallel zur Line of Scrimmage laufen, um auf Top Speed zu kommen. Ihm fehlt ein zweiter Gang, um durch die O-Line zu brechen und direkt Separation zu bekommen und auch sein Longspeed ist „nur“ Durchschnitt. Auch wenn er die meisten Eins gegen Eins Duelle gewinnt, muss er hier noch etwas unberechenbarer werden, da er bis auf seinen Ausfallschritt keine anderen Moves hat. Er erzielt mittelmäßige Yards after Contact, ist aber nicht zuverlässig darin. Außerdem hatte auch Swift Fumble-Probleme am College.

Ausblick

Für mich hat Swift vom 2018er zum 2019er Tape einen Rückschritt gemacht. Unter den richtigen Umständen kann er ein sehr solider Running Back werden, seine Upside sehe ich aber begrenzt. Er bringt aber alle Anlagen für einen 3-Down-Back mit.

Auch er sollte in 1QB Rookie Drafts in den ersten fünf Picks vom Board sein.

D’Andre Swift im S2F Scoutradar

Mögliche Landingspots

4. Clyde Edwards-Helaire, LSU

Ein weitere Spieler aus LSUs Rekord-Offense ist Clyde Edwards-Helaire (CEH). Trotz der hohen Passing-Statistiken konnte CEH sich in seiner Junior Season mit knapp 1.500 Rushing Yards und 1.800 Total Yards in den Annalen verewigen. Zweiteres waren die meisten Yards from Scrimmage in der SEC (seine 16 Rushing Touchdowns übrigens auch).

Stärken

Clyde Edwards-Helaire zeigt sehr gute Vision. Er hat den Kopf nach der Ballübergabe sehr schnell oben und kann die Defense gut interpretieren. Er attackiert nach dem Snap die Line of Scrimmage sehr tief und zwingt die Defender so zu einer Reaktion. Im Eins gegen Eins gewinnt CEH auch meistens, da er den Gegenspieler verlädt und an ihm vorbei läuft oder mit einem phänomenalen Spin Move austanzt. Erwähnenswert ist auch das Lateral Movement von CEH. Er kann hinter der gesamten O-Line entlang gleiten, ohne sich zur Sideline zu drehen. Das ermöglicht ihm aggressives attackieren sich auftuender Lücken. Im Passing Game hatte CEH zu Beginn noch einige Konzentrationsprobleme, wurde er im Laufe der Saison aber immer konstanter. Er wurde auch als Receiver aufgestellt (sowohl outside als auch im slot) und ist vermutlich der beste Route Running Back dieses Jahr.

Schwächen

Leider sind CEHs Instinkte nicht immer die richtigen, da er manchmal Lücken übersieht und so ein paar Yards liegen lässt. Sein fehlender Longspeed wird auch für einige Plays sorgen, die vor der Goalline enden. Der Großteil seiner Touchdowns kam innerhalb der letzten zehn Yards zu Stande. Auch nach dem Kontakt holt er nicht mehr viele Yards und schafft es nur selten, Defender wirklich abzuschütteln. Beim Blocken und in Contested Catch-Situationen merkt man seine physische Unterlegenheit.

Ausblick

Alles in allem bringt Clyde Edwards-Helaire ein 3-Down-Back-Skillset mit, das einige Teams gut gebrauchen könnten. Wenn er seine Rolle im Passing Game bekommt, ist er in PPR-Formaten Gold wert.

Deshalb sollte er Mitte der ersten Runde gepickt werden.

Clyde Edwards-Helaire im S2F Scoutradar

Mögliche Landingspots

5. Cam Akers, Florida State

Cam Akers spielte im sonningen Süden bei Florida State und hatte durchaus mit widrigen Umständen zu kämpfen. Schlechtes Quarterback Play, schlechte O-Line (wenn auch verbessert in 2019) und mittelmäßige Receiver. Da sind zwei 1.000 Yards Saisons gar nicht so schlecht.

Stärken

Akers hat flinke Füße, mit denen er immer wieder schnelle Ausweichbewegungen machen kann. Er zeigt immer wieder einen ganz guten Spin Move, mit dem er noch ein paar Yards erkämpfen kann und hat einen wirklich guten Stiff Arm. Er zeigt sehr guten Effort und spielt immer bis zum Pfiff. Er ist ein gefährlicher Receiving Back, der, gerade wenn er frei geworfen wird, mit seinem Tempo Yards gut machen kann. Er ist zwar nur als Passempfänger aus dem Backfield eingesetzt worden, konnte da aber (gerade zum Ende der Saison) regelmäßig als Checkdown Target liefern. Blitzer kann er sehr gut erkennen und dem Quarterback genug Zeit geben. Er bleibt auch bis zum Ende des Spielzuges an seinem Mann dran.

Schwächen

Manchmal entscheidet Akers sich für den falschen Weg und übersieht eine Lücke oder weicht zu früh vom Play Design ab – das kostet Yards. Gerade im Eins gegen Eins kann er den Gegner nicht wirklich verladen, da kommt er eher über den Antritt und die Geschwindigkeit. Trotz einer guten 40-Yard-Zeit beim Combine fehlt Akers der Breakaway Speed. Lange Runs in die Endzone sieht man leider nur sehr selten. Ähnlich wie Clyde Edwards-Helaire kommt auch Cam Akers bei Short Yardage-Situationen über die Vision. Zwar scheut er sich nicht vor dem Kontakt und senkt die Pads gut, braucht dafür aber ausreichend Momentum. Hat er das nicht, fehlen ihm meistens ein paar Yards zum Ziel. Leider muss man auch bei Akers die hohe Anzahl an Fumbles (10!!!) im Hinterkopf behalten.

Ausblick

Ich habe Zweifel daran, dass Akers ein 3-Down-Back werden wird. Zwar zeigt er Anlagen dafür und gerade seine Qualitäten als Receiving Back könnten ihm helfen, aber ich sehe ihn eher in der Rolle eines Komitee-Spielers.

Von daher würde ich ihn in Fantasy Drafts auch erst Anfang der zweiten Runde draften.

Cam Akers im S2F Scoutradar

Mögliche Landingspots


Was denkt ihr über meiner Top 5? Welcher Running Back fehlt euch?

Das war es erst einmal mit Content von mir, wir lesen uns dann nach dem Draft wieder. Bis dahin und ganz viel Spaß beim Draft!

NFL und Fantasy Football verrückt seit 2016 und durch "All or Nothing" Fan der Arizona Cardinals geworden. Kam mit seiner Kolumne "Man in Motion" ins Schema FF Team und ist einfach geblieben.


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