TNF Week 5: Starts und Sits
Moin moin und willkommen zur fünften Woche der hundertsten NFL-Saison. Wie ihr sicher alle mitbekommen habt, sind wir jetzt unter neuer Flagge unterwegs. Da wir uns entschlossen haben, von nun an zwei Podcasts pro Woche aufzunehmen – einen zur NFL und einen zum Thema Fantasy Football – werden sich meine Empfehlungen zu Starts und Sits auf das Spiel in der Nacht auf Freitag beschränken. Weitere Informationen und Tipps zu den Spielen am Wochenende bekommt ihr dann immer später im Podcast auf die Ohren.
Los Angeles Rams @ Seattle Seahawks
Letzte Woche gab es schon ein richtiges schönes Spiel zu sehen und diese Woche könnte direkt daran anschließen. Wenn die Rams bei den Seahawks zu Gast sind, handelt es sich nicht nur um ein Division-Duell im Westen der NFC, sondern auch um das Aufeinandertreffen zweier (mindestens mal) Playoff-Anwärter. Beide Teams haben einen Record von 3-1 und befinden sich damit knapp hinter den noch ungeschlagenen 49ers.
Dieses Spiel wurde erstmals 1976 ausgetragen und fand seitdem 42 Mal statt. Mit inbegriffen ist das einzige Playoff-Spiel gegeneinander, welches die damals noch in St. Louis, als sie noch cool waren, beheimateten Rams für sich entscheiden konnten. Auch die letzten drei Duelle konnten die Rams allesamt für sich entscheiden. Insgesamt führen aber die Seahawks den Vergleich mit 23 zu 19 an.
Quarterbacks
Jared Goff
Aus rein sportlicher Sicht scheint die Rams-Offense um Goff von ihren Gegnern ein Stück weit entschlüsselt worden zu sein, denn es sieht nicht mehr alles so kinderleicht wie im Vorjahr aus. Aus Fantasy-Sicht ist Goff dennoch eine solide Option. Rechnen wir den schwachen Auftritt in Woche 1 bei den Panthers, die in diesem Jahr offensichtlich eine starke Defense haben, aus, befindet er sich in den Top 10. Im Shootout am letzten Sonntag gegen die Bucs nahm er 68(!) Würfe – Rekord! Auch gegen die Seahawks und ihre bescheidene Secondary könnte es punktereich hin und her gehen, daher gibt es von mir ein START.
Russell Wilson
Wenn wir auch bei Wilson die erste Woche ausblenden, haben wir den QB1 vor uns. Das reicht eigentlich schon als Argument. Genauer betrachtet hatte er jetzt zwei sehr gute Spiele und zwei eher weniger gute. Im letzten Spiel bei den Cardinals führte man bereits zur Halbzeit 20:3. Die relativ wenigen Punkte waren also einfach dem Spielverlauf geschuldet. Diese Woche sollte sich alles durchaus spannender gestalten, weswegen Wilson auch mehr reißen muss. Bisher ist er in der Saison noch ohne Interception und in den letzten beiden Duellen mit den Rams warf er je drei Touchdowns und keine Interception. Klingt alles irgendwie vernünftig, daher sage ich auch hier START.
Streaming-Tipps
Wer noch einen Quarterback zum Streamen für diese Woche sucht, weil Dak Prescott nach einem eher schlechten Auftritt jetzt auch noch eine starke Pass Defense der Packers vor sich hat oder ihr letzte Woche Philip Rivers auf Grund des Freiloses gegen die Dolphins geholt habt und der jetzt ein unangenehmes Matchup gegen Denver hat, für den gibt es hier noch ein paar interessante Alternativen:
Tom Brady at Redskins
Jacoby Brissett at Chiefs
Andy Dalton vs. Cardinals
Running Backs
Todd Gurley und Malcolm Brown
Letzte Woche durfte Todd Gurley in erster Linie Receiver spielen und ein paar Läufe an der Goal Line nehmen. Das war natürlich dem frühen wie hohen Rückstand gegen die Bucs geschuldet. Für alle seine Fantasy-Owner war es natürlich schön, da er endlich mal wieder altbekannte Punktezahlen aufgelegt hat. Einen ähnlichen Start werden die Rams diese Woche definitiv vermeiden wollen, aber ich sehe Gurley trotz der eingeschränkten Spielzeit auf gutem RB2-Niveau mit Touchdown-Upside. START.
Malcolm Brown steht hier eigentlich nur der Vollständigkeit halber. Mit nur knapp 30 Prozent der Snaps und durchschnittlich 5-6 Touches ist der junge Mann wenig bis gar nicht fantasy-relevant. Also gibt es hier natürlich nichts anderes als ein SIT.
Chris Carson und C.J. Prosise, vielleicht auch Rashaad Penny
Drei Fumbles in vier Spielen von Chris Carson sind besorgniserregend, betreffen Seahawks-Fans aber mehr als uns. Denn abgesehen von seiner Leichtfertigkeit und dem schwachen Auftritt gegen New Orleans, spielt er eine ordentliche Saison und nennt schon zwei Spieltage in den Top 15 sein eigen. Die Rams wiederum befinden sich im unteren Drittel gegen RBs und ließen bereits fünf Rushing Touchdowns zu. Wenn er nicht fumblet, gehört das Backfield ihm, also gehen wir einfach mal vom Positiven aus und sagen START.
C.J. Prosise bekommt zwar etwas Arbeit als Receiver und durfte gegen die Cardinals einen Ball in die Endzone laufen, aber abgesehen davon hat er kaum Relevanz. Wann und wie Rashaad Penny mal wieder mitmischt werden wir sehen, zumindest hat er diese Woche wieder voll trainiert und sollte im 53-Mann-Kader stehen. Dennoch stehen beide in Carsons Schatten und kriegen ein klares SIT.
Wide Receivers
Brandin Cooks, Cooper Kupp, Robert Woods
Ich habe die drei jetzt mal in alphabetischer Reihenfolge gelistet, aber Cooper Kupp sticht bisher am meisten heraus. Besonders in PPR-Ligen verdient er sich den Stud-Stempel und sollte immer aufgestellt werden. Brandin Cooks und Robert Woods fallen im Vergleich natürlich etwas ab, sind aber weiterhin solide Optionen. Alle hatten schon Spiele mit zweistelligen Targets und gegen die Seahawks-Secondary können wir erneut von vielen Würfen ausgehen. Meine Reihenfolge wäre diese Woche wohl Kupp > Cooks > Woods, aber letztlich sind alle drei STARTs. So einfach ist das manchmal.
Tyler Lockett
Tyler Lockett ist der klare Lead Receiver in Seattle und befindet sich zur Zeit mit durchschnittlich 17.7 Punkten pro Spiel in den Top 10. Zwar sollte die Defense der Rams im Allgemeinen gegen den Wurf besser sein als gegen den Lauf, aber die erwartete Dominanz mit Peters & Talib bleibt bisher noch aus. Für Wilsons Lieblingstarget gibt es einen START.
D.K. Metcalf und Jaron Brown
Schon als Rookie bekommt D.K. Metcalf die zweitmeisten Snaps auf seiner Position, der Fantasy-Breakout steht aber noch aus. Mit knapp sechs Targets pro Spiel sind die Möglichkeiten zwar da, aber gegen die Rams sehe ich es noch nicht kommen. Noch weniger sehe ich für Jaron Brown kommen. Diesen erwähne ich hier nur, da er ähnliche viele Snaps sieht und in den letzten beiden Spielen auch fast identische Targets. Für beide gilt aber einfach SIT.
Tight Ends
Gerald Everett und Tyler Higbee
Ich halte viel von Gerald Everett, da er mit seiner Athletik ein richtig guter Receiving-Tight-End sein kann, aber bei der Konkurrenz im Receiving Corps ist es natürlich schwer verlässliche Zahlen aufzulegen. Zwar hatte er letzten Sonntag einen Mini-Breakout und die Seahawks ließen auch schon eine elitäre Performance von Vance McDonald in Woche 2 zu, aber ich traue dem Braten noch nicht so recht. Vor allem gibt es diese Woche bessere Optionen, deswegen bleibe ich bei SIT.
Bisher sieht Tyler Higbee ähnlich viele Targets, in Sachen Snaps zieht er aber den Kürzeren. Die Fantasy-Production ist dabei nahezu identisch. Da Everett schon auf der Bank Platz genommen hat, gibt es für ihn dementsprechend auch einen SIT.
Will Dissly
Erstaunlich effektiv dieser Will Dissly: In den letzten drei Spielen fing er 18 von 20 Bällen für 169 Yards und vier Touchdowns. Es lässt sich derzeit schwer gegen ihn argumentieren. Auch wenn die Rams gut gegen Tight Ends verteidigen, respektiere ich seinen Run und sage START.
Streaming-Tipps
Wer wie ich gerne seine Tight Ends streamt oder dem es davor graut Delanie Walker gegen die starke Bills-Defense aufzustellen, für den habe ich hier noch ein paar Alternativen:
Tyler Eifert vs. Cardinals (das Premium-Matchup schlechthin)
Eric Ebron at Chiefs
Dawson Knox at Titans
Meine Einschätzungen zum Spiel heute Nacht kennt ihr nun. Weitere Starts und Sits gibt es wie bereits erwähnt dann im Podcast zu hören.
Kommen wir nun zum Tippen, denn dort ist wirklich Verlass auf mich. Ich konnte meine Streak ausbauen und stehe nun 0 zu 4 bei den TNFs. Das ist wirklich eine Farce, denn erfahrungsgemäß bin ich recht gut beim Tippen. Ich schwöre. Diesmal hoffe ich auf einen offensiven Schlagabtausch und gehe dabei aufs Heimteam. Ich sage 34:31 für die Seahawks, sorry zwölfter Mann.
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