Draft Recap der NFC East

In unserer Artikel-Serie „Need to Succeed“ betrachten wir die einzelnen Teams und ihre Baustellen für die Offseason. Bis zum Start der neuen Saison werden wir die Artikel immer wieder aktualisieren um zu schauen, wie die Franchises auf ihre Bedürfnisse reagiert haben.

Bereits die vergangene Saison war für die Teams der NFC East von großen Veränderungen geprägt. Fanlieblinge und Rekordspieler machten ihren Platz frei für hochgelobte Neuverpflichtungen.
Zwei der vielversprechendsten Running Backs fanden ihren Platz im Osten des Landes, sodass die NFC East-Teams auch 2019 für ein dominantes Laufspiel bekannt werden sollten. Doch wo haben die drei Teams von der Ostküste und das Franchise im südlichsten Bundesstaat des Landes noch Verbesserungspotenzial?

In Dallas, New York, Philadelphia und Washington laufen die Vorbereitungen für die bevorstehende Free Agency und den Draft bereits auf Hochtouren. Gastautor Manuel spielt Mäuschen und sagt euch, wo die Schwachstellen der jeweiligen Teams liegen.

  • Dallas Cowboys

    Deep in the heart of texas begann die Saison für das Team von Jason Garrett mit einigen schwer verdaulichen Veränderungen. Im dreißigsten Jahr der Jones-Herrschaft (und eine Dekade nach Eröffnung des AT&T Stadions) mussten die Cowboys erstmals ohne ihren Hall of Fame-Tight End Jason Witten in die Saison starten. Auch Dez Bryant, welcher seit 2009 der unumstrittene Nummer-Eins-Receiver für die ´Boys war, verabschiedete sich in der Free Agency, um sich anderenorts neu zu beweisen.

    Angesichts dieser großen Veränderungen in der Offensive mag das Erreichen der Divisonal Round (22:30 Niederlage gegen die L.A. Rams) als positiver Start in eine Ära mit neuen Stars in Dallas gewertet werden. Jedoch stellte die letzte Saison eine größere Achterbahnfahrt dar, als der 10-6 Record vermuten lässt.

    Nach Abgang der zwei großen Passfänger sah die Offensive zu häufig uninspiriert aus. Drittrundenwahl Michael Gallup ist den Aufgaben eines Nummer-Eins-Receivers noch nicht gewachsen. Cole Beasley schien sich mehr auf seine Musikkarriere als auf die Slotposition zu konzentrieren und bei Allen Hurns zeigte sich, dass ein Vertrag im zweistelligen Millionbereich nicht automatisch vierstellige Yardzahlen hervorbringt. Terrance Williams Option um ein weiteres Vertragsjahr in 2019 wurde ausgeschlagen.
    So zog man bereits im zweiten Monat der Saison die Reißleine und investierte den 2019er first-round Pick in Amari Cooper. Der in Oakland als Inbegriff von inkonstantem Spiel verschriene Wide Receiver vermochte es tatsächlich dem Passpiel der Cowboys Leben einzuhauchen und scheint zum jetzigen Zeitpunkt den Erstrundenpick absolut wert gewesen zu sein. Cooper, Ezekiel Elliott und Dak Prescott haben das Potenzial in Texas drittgrößter Stadt zum Triplet 2.0 zu werden.

    Doch auch die Defensive erschien die Saison über noch nicht sattelfest. Gerade die Playoff-Niederlage gegen die Rams zeigte einmal mehr deutlich, dass der Pass Rush, Abseits von dem diesjährigen Free Agent DeMarcus Lawrence, nicht den höchsten Ansprüchen genügen kann. 
    Wenn Dallas in der nächsten Saison nicht zum neunten Mal in Folge eine Auswärtsniederlage in den Playoffs kassieren will, sollten sie die Offseason nutzen und sich auf folgenden Positionen verstärken.

    Record 2018: 10-6, Divisional Round
    • Draft Recap

      kompletter Draft

      Amerikas Team startete den Draft mit nur 6 Picks, das Recht auf einen first round pick hatte man im vorherigen Ligajahr für Amari Cooper eingetauscht. Trotzdem beendete man den Draft mit 8 neuen Spielern, die jetzt um einen Platz im Roster kämpfen.
      An 58ter Position im Draft schlugen die Cowboys erstmals zu, man sicherte sich die Dienste von Trysten Hill. Der Defensive Tackle aus Florida wurde von vielen Experten als möglicher Drittrundenpick angesehen, die frühe Wahl durch Dallas ist trotzdem wenig überraschend. Bereits im Vorfeld des Drafts hatte Defensive Coordinator Rod Marinelli die Chance den Tackle bei seinem Pro Day zu trainieren und zeigte sich begeistert von seiner Schnelligkeit und seinem unermüdlichen Motor.

      In Runde drei gingen die Cowboys einen anderen Weg als bei ihrem ersten Pick, mit Connor McGovern wurde ein Offensive Line Spieler von Penn State verpflichtet der zu diesem Zeitpunkt im Draft als der wahrscheinlich beste noch verbleibende Spieler galt. McGovern kann in 2019 von den besten Lineman der Liga lernen und in der darauffolgenden Saison darum kämpfen den Spot von La’el Collins zu ergattern, dieser geht in das finale Jahr seines Vertrages.

      Die verbleibenden sechs Picks nutze das Team aus Dallas für jeweils zwei Running Backs (Tony Pollard in Runde 4 und Mike Weber in Runde 7), zwei Defensive Ends (Joe Jackson in Runde 5 und Jalen Jelks in Runde 7) sowie zwei Defensive Backs (Michael Jackson in Runde 5 und Donovan Wilson in Runde 6). Keiner dieser Spieler sollte im Normalfall ernsthafte Ambitionen auf einen Job in der Startelf der Cowboys haben.

    • Free Agency Recap

      Die Free Agency Phase der Cowboys war geprägt von Spekulation über große Namen, die dann doch nicht den Weg nach Texas fanden, sowie schwierigen Vertragsverhandlungen mit ihrem besten Defensive End. DeMarcus Lawrence bekam schlussendlich seinen Willen und steht nun für weitere fünf Jahre und 105 Millionen US-Dollar unter Vertrag.

      Die Defensive Line wurde wie vermutet weiter aufgerüstet. Um den Druck von der bisherigen Enttäuschung Taco Charlton zu nehmen wurde Defensive End Robert Quinn aus Miami verpflichtet.
      Der ehemalige Erstrundenpick und Pro-Bowler ist eine plug and play Verstärkung für Dallas, schlägt aber auch mit 12.93 Millionen US-Dollar gegen das Cap Space.

      Auch für die Y-Receiver Position wurde in der Free Agency Verstärkung geholt. Randall Cobb kommt für ein Jahr und fünf Millionen US-Dollar von Green Bay nach Texas. Cobb scheint als direkter Ersatz für den nach Buffalo abgewanderten Cole Beasley gesehen zu werden.
      Es wird sich zeigen, ob der verletzungsanfällige Receiver die Zukunft für die Slot der ‚Boys sein wird.

      Außerdem wurde Jason Witten aus dem Karriereende zurückgeholt. Der zukünftige Hall of Famer wird die Tight End-Sorgen von Kellen Moore lindern, sollte er nochmal an seine alte Form anknüpfen können.

      Bis Mitte März drehten sich die Schlagzeilen der amerikanischen Sportpresse darum ob Earl Thomas in seiner Heimat Texas einen Vertrag unterschreibt. Zu dieser Rückführung in die Heimat kam es jedoch nie, Thomas ging für 55 Millionen Dollar nach Baltimore und die Cowboys verstärkten sich wie erwartet mit einer kostengünstigeren Alternative.

      Für ein Jahr verpflichtete man den ehemaligen Safety der Bengals George Iloka. Dieser muss nun zeigen, ob er das Potenzial hat, ein Backfield anzuführen. Sollte ihm dies gelingen, wartet im nächsten Jahr wohl ein größerer Zahltag.

      Draft Preview

      Ohne Erstrundenpick gehen die Cowboys in den Draft. Für Dallas ist dieser Umstand heuer aber gar nicht so schlimm. Die vorrangigen „Needs“ liegen weiterhin in der Defensive Line, bei den Wide Receivern und außerdem wäre ein weiterer Safety von großem Nutzen.
      Vor allem die zuerst genannten Positionen scheinen im diesjährigen Draft gut vertreten, sodass man auch in den späteren Runden noch auf echte Verstärkungen hoffen darf.

      Needs

      1. Defensive Line (Vor allem Tackle)
      2. Wide Receiver/ Tight End (Witten und Cobb sind nur Übergangslösungen)
      3. Safety
    • Needs

      Kein Erstrundenpick (Amari Cooper Trade), 46 Millionen Dollar Cap Space und mindestens eine schwierige Verhandlungsituation im eigenen Team. Dies ist die Ausgangssituation für die Dallas Cowboys in dieser Offseason. DeMarcus Lawrence spielte bereits im letzten Jahr unter dem Franchise Tag und könnte auch dieses Jahr wieder mit eben diesem versehen werden. Das Ziel des Teams sollte jedoch sein, einen langfristigen Vertrag mit dem 26-jährigen auszuhandeln. 25 Sacks über die letzten zwei Saisons und zwei Einladungen zum Pro Bowl sprechen für den Defensive End aus South Carolina.  

      Defensive Line 

      DeMarcus Lawrence langfristige Bindung an das Franchise sollte, wie beschrieben, Priorität Nummer eins in der Defensive darstellen. Um das junge Ausnahmetalent von einem Verbleib in Texas zu überzeugen erscheint es sinnvoll, ihm adäquate Mitstreiter zur Seite zu stellen. Mit David Irving und Randy Gregory stehen zwar bereits zwei hochtalentierte Spieler unter Vertrag, beide schaffen es jedoch nicht ihre Probleme abseits des Spielfeldes unter Kontrolle zu bekommen und bleiben dadurch echte Unsicherheitsfaktoren (Irving 2018 vier Spiele suspendiert; Gregory 30 der letzten 48 Spiele aufgrund verschiedener Verstöße gesperrt).
      Aufgrund eines neuerlichen Verstoßes gegen die Drogenmissbrauchsrichtlinien der NFL ist Gregory jüngst auf unbestimmte Zeit gesperrt worden. Auch gegen Irving laufen weitere Ermittlungen infolge vermuteter Verstöße gegen selbige Richtlinien. 

      Erwartung: Die Cowboys werden sich in der Free Agency nach Tiefe für die Komplementärposition zu Lawrence (Right Defensive End) umschauen. Im Draft wird innerhalb der ersten drei Runden ein Defensive Tackle verpflichtet.

      Y-Receiver (Slot Receiver & Tight End)

      Wie bereits erwähnt, lief das Passspiel in Dallas vor der Verpflichtung von Amari Cooper eher schleppend. Cole Beasley und Tavon Austin sind bestenfalls gute Tiefe und sollten niemals Spieler sein, auf deren Schultern ein Spiel lastet. Dementsprechend erscheint es richtig, die beiden genannten in dieser Free Agency ziehen zu lassen. Amari Cooper und Michael Gallup sollten die X- und Z-Receiver der Zukunft sein, der zukünftige Y-Receiver scheint jedoch noch nicht gefunden.

      Keiner der Tight Ends konnte bisher in die großen Fußstapfen von Jason Witten treten. Blake Jarwin schaffte es in einigen Spielen als Pass-Catching Tight End zu überzeugen, konnte Georg Swaim jedoch nie den Rang als „Top Tight End“ ablaufen. Letztgenannter blieb die Erklärung für diesen Status ebenfalls schuldig und beendete die Saison mit knapp 242 Yards und einem Touchdown. Allem Anschein nach wird sein Vertrag nicht verlängert. 
      Dalton Schultz und der Ex-Basketballer Rico Gathers scheinen viel mehr langfristige „Projekte“ als Starter in 2019 zu sein. 

      Erwartung: Dallas verpflichtet einen erfahrenen Tight End (Jared Cook oder Jesse James wären auf dem Markt) in der Free Agency. Zwar wird auch dem Draft eine gute Auswahl an jungen Spielern auf der Position nachgesagt, doch besitzt man in Texas bereits drei solcher Projekte. Ein erfahrener Spieler der bestenfalls Dak Prescotts „Safety Blanket“ wird, bis einer der jungen Passfänger bereit für die Startelf ist, erscheint mir deswegen als bessere Wahl. 

      Gleichzeitig werden sich die Cowboys nach einem neuen Slot Wide Receiver umschauen, einziges „Slot Upgrade“ zu Beasley in dieser Free Agency (Stand Februar) wäre Golden Tate. Deswegen erwarte ich, dass diese Verstärkung im Draft verpflichtet wird.

      Safety

      Bereits in der letzten Offseason wurde die Verpflichtung eines „Playmakers“ für die Secondary heiß diskutiert. Earl Thomas wollte Seattle unbedingt in Richtung Lone Star State verlassen, dort war man nicht bereit, den von den Seahawks geforderten Tradepreis zu zahlen. Thomas brach sich in der Saison das Bein und scheint seine Zelte an der Westküste bereits abgebaut zu haben. 
      Dallas würden die Qualitäten des sechsmaligen Pro Bowlers sehr gut zu Gesicht stehen, doch wird der Superstar trotz Liebesbekundungen Richtung Texas nur bei ausreichender Bezahlung in Richtung Wüstenstaat ziehen. 
      Ob die Cowboys es als hohe Priorität ansehen, den soliden Jeff Heath oder den jungen Xavier Woods zu ersetzen, bleibt abzuwarten. 

      Erwartung: Dallas wird wieder in Kontakt mit Earl Thomas treten. Sollte dieser jedoch zu hohe Gehaltsvorstellungen haben, sich anderweitig nach einem neuen Gesicht für die Secondary umsehen. Die Verpflichtung eines Free Agents erscheint mir wahrscheinlicher als die Wahl mittels Draftpick. 

  • Philadelphia Eagles

    In der letzten Offseason war das Team aus Pennsylvania an der Spitze angekommen. Das erste Mal in der Geschichte des Franchises konnte man den Super Bowl gewinnen. 
    Auf den Schultern des wohl besten Ersatzquarterbacks der NFL hatte Doug Pederson in seinem zweiten Jahr als Headcoach ein Team zusammengestellt, welches sogar den Ausfall ihres etatmäßigen Stammquarterbacks auffangen konnte. 
    Der 2018er Saison blickte man deswegen und auch aufgrund des weitestgehend zusammengehaltenen Kaders sehr positiv entgegen.

    Die Saison begann jedoch anders als von vielen erwartet. Die Eagles schleppten sich durch die ersten drei Monate zu einer Bilanz von 4-6. 
    Nur durch fünf Siege aus den letzten sechs Spielen, unter anderem gegen die Divisionsrivalen aus New York und Washington, gelang es dem Super Bowl Champion die Playoffs zu erreichen. Hier schlug man zunächst die leicht favorisierten Chicago Bears (16-15) bevor man schlussendlich den Traum von einer Super Bowl-Verteidigung im Spiel gegen die topgesetzten New Orleans Saints begraben musste.

    Um in einem möglichen Auswärtsplayoffspiel in der nächsten Saison nicht wieder auf einen „double doink“ Field Goal-Versuch hoffen zu müssen, sollten sich die Eagles auf folgenden Positionen verstärken: 

    Record 2018: 9-7, Divisional Round
    • Draft Recap

      kompletter Draft

      Die Eagles starteten den diesjährigen Draft mit einer Investition in die Zukunft. An Position 22 wurde mit Andre Dillard der potenzielle Ersatz für Franchiselegende Jason Peters gedraftet. Um sich die Dienste des Offensive Tackle zu sichern, handelte sich Philadelphia 3 Plätze in der Draftreihenfolge nach oben. Genau einen Platz vor die ebenfalls auf einen Offensive Tackle hoffenden Houston Texans.

      Runde zwei brachte weitere Verstärkungen für die bereits gut besetzten Running Back und Wide Receiver-Positionen. Miles Sanders an Position 53 und José Joaquín Arcega-Whiteside an 57 sind genau wie Dillard eine Runde zuvor Investitionen mit Weitsicht.
      Sanders übernahm den „starting job“ von Barkley bei Penn State und konnte mit 1,300 Yards und 9 Touchdowns zeigen, dass er der leading rusher eines Teams sein kann. In Philadelphia spielt er nun hinter der besten Offensive Line die er jemals hatte, muss sich aber auch gegen eine Vielzahl talentierter Mitbewerber durchsetzen.

      Ähnliche starke Konkurrenz hat Arcega-Whiteside im anstehenden Training Camp. Der Stanford Alumni sieht sich einem Konkurrenzkampf mit Alshon Jeffrey, DeSean Jackson und Nelson Agholor ausgesetzt. Bei guter Entwicklung könnte er sich aber gerade als zukünftigen Ersatz für den erstgenannten Jeffrey ins Spiel bringen.

      In Runde 4 konnten sich die Eagles an Position 138 mit Shareef Miller verstärken, Miller war Teamkamerad von Sanders bei Penn State. Der Defensive Tackle welcher nun in seiner Heimatstadt Philadelphia spielen darf kam für die Nittany Lions im letzten Jahr in 12 Spielen auf immerhin 7,5 Sacks. Auch er wird zunächst nur Teil der pass rush rotation der Eagles sein und dort versuchen sich für höhere Aufgaben zu empfehlen.

    • Free Agency Recap

      In Philadelphia ging man mit der schlechtesten Capsituation aller Teams in die diesjährige Free Agency Phase. Trotzdem war man auch in Pennsylvania in der Lage das Team zu verstärken. Dazu mussten zunächst die Verträge von Nigel Bradham, Jason Peters, Lane Johnson und Fletcher Cox umstrukturiert werden, sodass Cap Probleme auch in den nächsten Jahren Philadelphia heimsuchen könnten.

      Der wohl prominenteste Zugang ist dabei wohl der verlorene Sohn DeSean Jackson. Von 2008 bis 2013 war dieser bereits ein Eagle gewesen und kommt nun für drei weitere Jahre und 27 Millionen US-Dollar zurück zu dem Team, welches ihn vor über 10 Jahren im Draft zog. 

      Die Secondary wurde insofern verstärkt, als das man Ronald Darby von einem Verbleib in Philly überzeugen konnte. Für ein weiteres Jahr und 8.5 Millionen Dollar bleibt der Defensive Back in dem Backfield in welchem er, wenn nicht verletzt, konstant gute Leistungen zeigen konnte. Es bleibt trotzdem abzuwarten wie stark Darby von seiner Kreuzbandverletzung zurückkehrt.
      Mit Andrew Sendejo kam außerdem einer der besten coverage Safetys der Liga aus Minnesota nach Philadelphia. Der Ex-Viking unterschrieb einen „one year proof it-deal“.

      Wie bereits geschrieben, wurde Jason Peters Vertrag umstrukturiert. Man wird also mindestens ein weiteres Jahr auf den Star der Offensive Line setzen können. Trotzdem ist eine Investition in die Zukunft dringend notwendig.

      Für die Linebacker-Position erhofften sich Fans der Eagles sicherlich größere Namen als LJ Ford – dieser kommt für drei Jahre von den Steelers und soll nun in die Fußstapfen von Jordan Hicks treten. Ob dies gelingt bleibt zu bezweifeln, Fords Fähigkeiten in der Coverage sind maximal mittelmäßig, seine Skills gegen das Laufspiel kann man in Philly aber gut gebrauchen. Einen Verpflichtung von Ford ist grundsolide aber nicht viel mehr. Größere Namen waren aufgrund der angesprochenen Capsituation wohl sowieso nicht zu erwarten. 

      Draft Preview

      Die Eagles gehen mit einem zusätzlichen Zweitrundenpick in den diesjährigen Draft. Dieses Kapital sollte vor allem dazu genutzt werden, in die Offensive Line zu investieren. Die starke Edge Rush Draftklasse kommt Philadelphia zu gute, denn man wird sich wahrscheinlich zunächst auf eine weitere Baustelle wie Free Safety konzentrieren können, bevor man hier aktiv wird.

      Needs

      1. Offensive Tackle
      2. Linebacker/Edge Rush
      3. Free Safety
    • Needs

      Die Eagles befinden sich in einer misslichen Lage. Anfang Februar befand sich da Franchise bei circa 16 Millionen Dollar über dem für 2019 erlaubten Cap Space. Durch die Entscheidung Nick Foles ziehen zu lassen, hat man nun zwar wieder etwas Spielraum. Circa 6 Millionen Dollar werden jedoch nicht reichen um ein weiteres Mal fast alle Leistungsträger halten zu können. Die Liste der bedeutenden Free Agents in Philadelphia ist  auch ohne den Super Bowl Helden Foles noch sehr beachtlich: DE Brandon Graham, DT Haloti Ngata, MLB Jordan Hicks, S Corey Graham, CB Ronald Darby, WR Golden Tate, WR Jordan Matthews, WR Mike Wallace, RB Jay Ajayi und RB Darren Sproles warten zur Zeit auf neue Verträge. 
      Aus den wahrscheinlichen Abgängen gestandener Spieler und wenig Spielraum in der Free Agency ergeben sich folgende Problempositionen und Möglichkeiten zum agieren:

      Secondary

      Jalen Mills (Fußverstauchung), Rodney McLoed (Innenbandriss) und Sidney Jones (Oberschenkelverletzung) kommen zur neuen Saison von ihren Verletzungen zurück. Ob einer der Drei jedoch in die Fußstapfen des Free Agents Ronald Darby treten kann, ist mehr als fraglich. Zwar besteht weiter die Möglichkeit letztgenannten wieder unter Vertrag zu nehmen, jedoch wird auch Darby alleine die Probleme des Backfields nicht lösen können. Die Eagles brauchen einen wahren Shutdown Cornerback.

      Erwartung: Die Eagles haben nicht genug Geld übrig, um eine wirkliche Verstärkung über die Free Agency zu bekommen. Eine Verstärkung in den ersten Draftrunden scheint sehr wahrscheinlich. Verschiedene Experten sehen Byron Murphy als geeignete Ergänzung für das Team.

      Offensive Tackle

      Der Star der Offensive Line in Philadelphia hieß über viele Jahre hinweg Jason Peters. Mit 37 Jahren ist er aber mittlerweile der älteste Spieler des Teams. Zwar gibt es eine beidseitige Option auf ein weiteres Vertragsjahr für den Routinier, jedoch wären die Eagles gut beraten, bereits dieses Jahr nach Ersatz zu suchen.

      Offensive Line Spieler sind nie die attraktiven Picks, welche von den Fans in der Free Agency oder im Draft so sehnlichst erwartet werden. Jedoch stellen sie auch die Lebensversicherung eines jeden Quarterbacks dar: Egal ob Foles oder Wentz: beide werden sich eine Investition in die Zukunft auf dieser Position wünschen. 

      Erwartung: Die Eagles werden einen ihrer Zweitrundenpicks darauf verwenden, einen Offensive Tackle zu draften. 

      Linebacker

      Jordan Hicks ist ein Star-Linebacker. Dies wurde vielen Philadelphia-Anhängern auch in der letzten Saison wieder bewusst (91 Tackles & drei Sacks). Zum jetzigen Zeitpunkt haben die Eagles scheinbar keinen adäquaten Ersatz für den häufiger verletzten Alleskönner in der Mitte der Defensive.

      Erwartung: Die Eagles werden versuchen Hicks zu halten, denn um Spieler seiner Qualität baut man eine Defensive auf. Jedoch bedingt die angespannte Capsituation einen geringen Handlungsspielraum. Sollte, wie zu erwarten, Hicks eine große Interessentenschaft in der Liga hervorrufen, wird es schwer den Middle Linebacker von einem Verbleib in Pennsylvania zu überzeugen. 

      In dem Fall eines Abgangs von Hicks erwarte ich weniger klangvolle Verstärkung für die Tiefe des Kaders durch die Free Agency und vielleicht einen Linebackerpick an Tag zwei oder drei des Drafts.

  • Washington Redskins

    Nachdem man in der Hauptstadt den langjährigen Franchise-Quarterback Kirk Cousins an Minnesota verloren hatte, beschloss das Team um Jay Gruden Ersatz in Form eines erfahrenen Veteranen zu holen. 

    Diese Entscheidung schien sich für die Redskins auszuzahlen. Nach neun Wochen stand das Franchise mit 6-3 an der Spitze der NFC East und blickte auf den erfolgreichsten Saisonstart seit 2008 zurück. Doch lange sollte diese glückliche Situation nicht währen. In Woche elf, exakt 33 Jahre nach der karrierebeendenden Verletzung für Redskins-Quarterback Joe Theismann, brach sich Alex Smith ebenfalls sein Bein.
    Von diesem Zeitpunkt an verloren die Redskins vier Spiele und zwei weitere Quarterbacks, sodass man sich ab Woche 13 gezwungen sah, Mark Sanchez starten zu lassen.  

    Das Verletzungspech traf Washington jedoch nicht nur auf der Quarterbackposition. Insgesamt 25 Spieler, unter anderem Running-Back-Hoffnung Derrius Guice, mussten von den Redskins auf die Injured Reserve gesetzt werden – Ligarekord.
    Diese Pechsträhne ist auch deshalb besonders ärgerlich, da das Team die ersten Wochen äußerst erfolgreichen Football spielte. 
    Welche Positionen vielleicht noch einen neuen Spieler benötigt, welcher dabei mithilft, wieder so gut in die Saison zu starten, erfahrt ihr hier:

    Record 2018: 7-9
    • Draft Recap

      kompletter Draft

      Nach der Verletzungsmisere in der letzten Saison hofft man in der Hauptstadt durch den Draft auf eine Frischzellenkur für das Franchise.
      Dem ganzen Land war bekannt wie angespannt die Quarterbacksituation bei den Redskins vor dem Draft aussah, trotzdem musste man nicht hochtraden um Dwayne Haskins zu verpflichten. Der ehemalige Ohio State Star bringt einen starken Arm aber auch noch viele Unsauberkeiten in seinem Spiel nach Washington
      Neben Haskins verpflichtete man mit Montez Sweat einen weiteren Erstrundenpick, „das Monster vom Mississippi“ ist ein wahrer Allrounder der sowohl im pass-rush als auch in der Verteidigung gegen den Lauf eingesetzt werden kann. Sweat wird im Idealfall der kongeniale Partner von Ryan Kerrigan.

      Nach den beiden Erstrundenpicks wurde man in Washington erst wieder in der dritten Runde aktiv, dort sicherte man sich die Dienste von Terry McLaurin. Dieser spielte bereits mit Haskins bei Ohio und kann am ehesten in der Kategorie „home-run hitter“ verzeichnet werden. McLaurin errang im letzten Jahr im Durchschnitt 20.03 Yards pro Catch, seine außergewöhnliche Schnelligkeit, die Fähigkeit für die Special Teams aufzulaufen und der Wille zu Blocken sollten ihn in kurzer Zeit zu einem wichtigen Baustein der Offensive machen.

      Im weiteren Verlauf des Drafts erwarb man sich das exklusive Verhandlungsrecht an zwei ehemaligen College Stars die aus unterschiedlichen Gründen weit gefallen waren.
      In der vierten Runde wählte man an Position 112 den Heisman Trophy Finalisten von 2017, Bryce Love. Der Running Back aus Stanford war aufgrund einer schweren Knieverletzung und Zweifeln über den Genesungsverlauf von vielen Teams übergangen worden und findet nun hinter Adrian Peterson, Derrius Guice und Chris Thompson einen Platz im Backfield der Redskins.

      Kelvin Harmon war ein Devy-Liebling, der sogar bis zur sechsten Runde warten musste, ehe das Team aus der Hauptstadt seine Nummer wählte. Im Gegensatz zu McLaurin fehlt Harmon offensichtlich der Speed den moderner Wide Receiver haben sollte. Sein Spiel war bereits im College sehr auf Physis ausgelegt, es bleibt abzuwarten ob er sich damit auch bei den Profis durchsetzen kann.

    • Free Agency Recap

      In der Hauptstadt scheint die Seuchensaison des letzten Jahres mittlerweile abgehakt. Die Vorfreude ist groß, konnte man in dieser Free Agency Phase wohl den größten Coup der Division eintüten.

      Safety Landon Collins wurde davon überzeugt, vom Ligarivalen aus New York nach Washington zu wechseln und ist eine sofortige Qualitätsinjektion für die gebeutelte Defensive.

      Ansonsten verlief die Free Agency für die Redskins bisher relativ gemächlich, vor allem die Offensive Line wurde mit Salesi Uhatafe (kam aus der AAF) und Ereck Flowers verbessert. Letztgenannter war ein ehemaliger Erstrundenpick der erst 24 Jahre alt ist, aber bereits über fünf Jahre Erfahrung in der Liga verfügt.

      Nach dem Verletzungspech bei den Quarterbacks geistert seit mehreren Wochen das Gerücht durch die Presse, dass man in Washington an Josh Rosen aus Arizona interessiert sei. Ein etwaiger Blockbustertrade kam bisher jedoch noch nicht zustande – spätestens am Tag des Drafts wird sich zeigen, wie viel an diesen Gerüchten dran ist.

      Draft Preview

      Auf Grund einer angespannten Capsituation verlief die Free Agency in der Hauptstadt recht still, die größten Baustellen sind bisher noch nicht beseitigt. Mit vier Top-100 Draftpicks ist man bei den Redskins aber sehr gut aufgestellt um frisches Blut in die Adern des Franchises zu pumpen.

      Ob man einen der Top Quarterback dieser Draftklasse bekommt ist unsicher, dass ein neues Gesicht für die Position kommt aber wahrscheinlich.
      Dieses neue Gesicht wird Spieler brauchen, denen er den Ball zuwerfen kann -Washington braucht X- & Z-Receiver.

      Nach dem Abgang von Preston Smith wird wahrscheinlich bereits fieberhaft nach einem neuen Partner für Ryan Kerrigan gesucht – diese Draftklasse sollte Abhilfe schaffen können.

      Needs

      1. Quarterback
      2. X- & Z-Receiver
      3. Edge Rusher
    • Needs

      Die Säuchensaison 2018 muss man in Washington wohl einfach abhaken. Richtige Entscheidungen der letzten Free Agency und das schnelle, sowie erfolgreiche Einbinden von neuen Spielern in den bestehenden Kader, sollten Mut für die neue Spielzeit geben. Die Redskins befinden sich mit einem Capspace von 17,7 Millionen Dollar im unteren Drittel der Liga und müssen einige wichtige Entscheidungen im Bezug auf Vertragsverlängerungen treffen. 

      Quarterback

      Alex Smiths Karriere ist weiterhin durch die in Woche elf erlittene Verletzung gefährdet. Komplikationen nach der Operationund ein damit verbundener einmonatiger Krankenhausaufenthalt lassen die Chancen auf ein erfolgreiches Comeback für den 34 jährigen nicht steigen. 
      Smiths Backup Colt McCoy ist ebenfalls bereits über 30 Jahre alt und damit auch höchstens eine Versicherung für die mittelfristige Zukunft. 
      Da die Redskins aufgrund ihres guten Saisonstarts erst in der Mitte der ersten Runde des NFL Drafts 2019 aktiv werden können, ist die Chance auf einen der Top Rookie Quarterbacks des Jahrgangs eher gering. 

      Erwartung: Das Team um Jay Gruden könnte zwar versuchen via Trade an eine bessere Draftposition zu kommen, jedoch glaube ich eher an einen Trade in der Free Agency Phase. Case Keenum oder Grudens ehemaliger Schützling Andy Dalton könnten zukünftige Tradeziele darstellen. 

      X- & Z-Reciever

      Nach dem Abgang von Kirk Cousins schien kein Wideout mehr an alte Leistungen anknüpfen zu können. Wenn überhaupt von vormaligen Leistungen zu sprechen ist.

      Josh Doctson, ehemaliger Erstundenpick und designierter Z-Receiver, stellte sich in den letzten Jahren als One-Trick Pony mit extremen Problemen beim Generieren von „Seperation“ und „After catch decision-making“ heraus. Mittlerweile lässt sich bei ihm mit ziemlicher Sicherheit von einem Bust sprechen. Seine Fähigkeiten beim „Contested catch“ kamen zu selten in Jay Grudens und eigentlich nie in Alex Smiths Spielplan vor. 

      Jamison Crowder ist der konstanteste Wide Receiver (2628 Yards & 14 Touchdowns seit 2015) der letzten Jahre für Jay Grudens Offensive, aber sein Vertrag läuft dieses Jahr aus. Eine Verlängerung sollte die höchste Priorität für das Front Office in Washington sein.

      Erwartung: Der im letzten Jahr verpflichtete Paul Richardson (Saisonaus in Woche neun) bekommt eine weitere Chance sich in Washington zu beweisen. Trotzdem wird das Franchise aus der Hauptstadt in den späten Draftrunden weitere Tiefe für die Position holen.

      Edge Rusher

      Preston Smiths Rookievertrag läuft aus und stellt damit neben Crowder die wohl größte Baustelle für Washington in dieser Offseason dar. Bisher ist unklar, ob man bereit ist den Pass Rusher mit einem Vertrag um die 40 Millionen Dollarauszustatten.

      Anfang 2019 ist Ryan Kerrigan somit der einzige Starter, der sicher in der nächsten Saison für das Team als Edge Rusher auflaufen wird. Denn auch der Vertrag von Pernell McPhee läuft aus. Da auch Kerrigan mittlerweile über 30 Jahre alt ist, wird man sich bei den Redskins ernsthafte Gedanken über die Zukunft machen müssen.

      Erwartung: Ryan Kerrigan ist einer der unbesungenen Stars der Liga und wird wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren noch ein wichtiger Teil für die Defensive in Washington sein. Preston Smiths ersten vier Jahre in der Liga waren von Inkonstanz geprägt. 25 Sacks über vier Jahre rechtfertigen wohl keinen großen Vertrag. Ich erwarte dass man es Smith erlaubt den freien Markt zu testen. 

      Der diesjährige Draft scheint eine sehr starke Edge Rusher-Generation hervorzubringen. Vielleicht fällt dem Franchise ein Ersatz für Preston Smith, wie Montez Sweat oder Jachai Polite in den Schoß.

  • New York Giants

    Nach einer Saison mit vier Siegen hatten sich die Giants in der letzten Offseason von ihrem Headcoach Ben McAdoo getrennt. Pat Shurmur sollte der Offensive und im speziellem dem alternden Quaterback Eli Manning neuen Spielwitz einhauchen.

    Tatsächlich konnte der neue Trainer alte New Yorker Tugenden wieder hervorbringen. Ähnlich wie 2015 war auch die letzte Saison wieder von knappen Spielen, die im vierten Quarter hergegeben wurden, geprägt. Acht von zwölf „One-possession games“ verlor der Rookie-Headcoach mit seiner Mannschaft. So schaffte das Team aus der größten Stadt der Vereinigten Staaten es zwar die Vorjahresstatistik um einen Sieg zu verbesseren, der große Angriff auf den Divisionstitel blieb jedoch aus. 

    Lichtblick der Saison war der zum damaligen Zeitpunkt kontrovers diskutierte Erstrundenpick der Giants, Saquon Barkley. In seiner ersten Saison lief der junge Running Back für 1,307 Yards und fand sich dazu elf Mal in der Endzone wieder. Außerdem brillierte er im Passspiel mit 721 gefangenen Yards und weiteren vier Touchdowns.
    Auch während der Draftsaison war bereits vielen klar was für ein herausragender junger Spieler da auf dem Weg in die NFL war. 
    Die Selektion der Giants wurde jedoch deswegen häufig kritisiert, da viele den guten Draftspot (Second overall) als die perfekte Chance für das Franchise sahen einen neuen Quaterback zu draften. Endet die Manning-Ära in New York in diesem Frühjahr?

    Nach einer Saison mit nur fünf Siegen ist ein größerer Umbruch in New York nicht auszuschließen. Auf diesen Positionen muss sich das Franchise dringend verbessern:

    Record 2019: 5-11
    • Draft Recap

      kompletter Draft

      Die Giants überraschten so ziemlich jeden mit ihrer Wahl Daniel Jones, Quarterback der Duke Blue Devils an Position 6 zu nehmen. Dave Gettleman zeigte wieder einmal, dass man bei ihm wirklich immer mit einer Überraschung rechnen muss. Vielen Scoutberichten zufolge ist Jones ein mental reifer Spieler der aber noch viel an seiner Mechanik feilen muss bevor es für einen starting job in der NFL reicht. Es bleibt abzuwarten ob Pat Shurmur aus ihm einen guten Spielführer machen kann.

      Elf Picks später waren die Giants wieder an der Reihe und überraschten erneut, diese Mal auf der anderen Seite des Balles. Mit Pick 17 wurde Dexter Lawrence von den Clemson Tigers verpflichtet. Der massive Defensive Tackle sieht aus wie ein Lineman aus vergangenen Zeiten, mit seiner Fähigkeit das Laufspiel zu dominieren wäre er in den 90ern ein Top 5 pick gewesen. In der passfreudigen NFL der 2010er Jahre wirkt sein Pick jedoch etwas verfrüht. Dabei sollte trotzdem nicht vergessen werden, dass Lawrence auch Qualitäten im pass rush mit sich bringt. Eventuell war Lawrence aber auch für die Giants nur Option 1B, der potenziell besser passende Defensive End Brian Burns ging einen Pick früher nach Carolina.

      Der dritte Erstrundenpick der Giants spielte im College für die Georgia Bulldogs. Deandre Baker wurde als Pick Nummer 30 gewählt und bringt direktes Starter-Potenzial in den Big Apple. Baker galt für viele Experten als der beste all-around Cornerback und füllt eine große Lücke in der Defensive der Giants. Bakers Probleme scheinen eher charakterlicher Natur, ob er dem großen Druck in New York gewachsen ist wird sich spätestens in ein paar Monaten zeigen.

      Nachdem man in der ersten Runde keinen Defensive End gewählt hatte, musste diese Baustelle in der dritten Runde adressiert werden. Hier verpflichtete man Oshane Ximines von den Old Dominion Monarchs. Ximines war ein äußerst produktiver Spieler in der FBS der in den letzten 12 Spielen auf 18.5 tackles for loss und 12 sacks kam. Seine wahre Stärke liegt aber in dem forcieren von fumbles, wahrscheinlich wird der Defensive End etwas Zeit brauchen sich an die Schnelligkeit bei den Profis zu gewöhnen, in 1 bis 2 Jahren sollte der Name aber auch dem normalen Fan bekannt sein.

    • Free Agency Recap

      Es ist äußerst selten dass ein Team in einer Free Agency Periode sowohl den besten Defensiv- als auch Offensivspieler verliert. New York musste in diesem Frühjahr den Abgang von Odell Beckham Junior nach Cleveland und Landon Collins Transfer zum Divisionsrivalen nach Washington verkraften.
      Während der Saison verließ bereits mit Damon „Snacks“ Harrison einer der besten Lineman der Liga das Team Richtung Detroit.
      Schnell war also klar, die Giants würden dieses Jahr nicht als Gewinner aus der Free Agency hervorgehen. Trotzdem konnte man auf einigen Positionen interessante Neuverpflichtungen gewinnen.

      Aus Arizona kam Linebacker Markus Golden, der Zweitrundenpick aus dem Jahr 2015 stellt eine direkte Verstärkung für den Pass Rush dar. In New York sollte der Verteidiger nach einem Jahr als Defensive End  wieder auf seiner angestammten Position als Outside Linebacker eingesetzt werden und könnte für Furore in der NFC East sorgen.

      In Philadelphia wurde man auf der Suche nach einem neuen Wide Receiver fündig. Golden Tate wurde für vier Jahre und 37 Millionen US-Dollar an den Big Apple gelockt. Tate ist kein Ersatz für OBJ, kann wenn richtig verwendet aber ein „chain mover“ für Eli Manning oder dessen Nachfolger sein.

      Trotz dieser interessanten Neuzugänge steht New York nach dieser Free Agency mit wenig Starpower dafür aber umso mehr Draftpicks da. Es liegt jetzt also an David Gettleman die verbleibenden Baustellen über den Draft zu fixen.

      Draft Preview

      David Gettleman betont zwar bei jeder Gelegenheit, dass Eli Manning noch mindestens eine erfolgreiche Saison in sich trägt, trotzdem muss sich das Franchise sehr bald nach einem Nachfolger umschauen. Selbst der angesprochene Quarterback sieht dies mittlerweile so und bestätigte gegenüber Journalisten, dass eine Suche nach seinem Nachfolger sinnvoll wäre. Die Giants besitzen Draftpick 6 und 17 in der ersten Runde, es ist nicht unwahrscheinlich dass wir also bereits am nächsten Freitag die Zukunft des New Yorker Franchises kennenlernen.

      Nach dem Abgang und mit dem Hintergedanken bald einen jungen Quarterback auf dem Spielfeld zu haben erscheint die Wide Receiver Position als zweitgrößte Baustelle der Giants. Ein echter Nummer 1 Receiver scheint aufgrund der vielen Draftpicks und der großen Auswahl an „prospects“ schon fast ein Muss zu sein.

      Abseits von Quarterback und Wide Receiver braucht man in New York außerdem dringend Hilfe in der Secondary und der Offensive Line. Auch eine Investition in den Edge Rush scheint sinnvoll. Dave Gettleman ist einer der unberechenbarsten General Manager der NFL, dieses Jahr besitzt er besonders viele Draftpicks, es bleibt also spannend in New York. Ich gehe davon aus dass alle genannten Positionsgruppen besondere Aufmerksamkeit in diesem Draft erhalten werden.

      Needs

      1. Quarterback
      2. Wide Receiver
      3. Secondary
    • Needs

      Sowohl Defensiv-Superstar Landon Collins als auch sein zuarbeitender Free Safety Curtis Riley könnten den Big Apple in dieser Free Agency verlassen. Auch der Vertrag von Cornerback B. W. Webb (13 Starts in der letzten Saison) läuft aus. Nach dem Verlust von Damon Harrison, Eli Apple und Jason Pierre Paul im letzten Jahr wären dies wohl die nächsten signifikanten Verluste für die Giants. 

      Die Giants stehen mit 28,6 Millionen Dollar Cap Space im soliden Mittelfeld der Liga, müssen mit diesem Geld und elf Draftpicks jedoch den schwierigen Spagat zwischen dringend notwendiger Grunderneuerung und Wahrung der eigenen Defensiv-Identität, im besten Fall um Collins herum, schaffen.

      Quarterback

      Eli Mannings Zeit in New York scheint abgelaufen. Der zweifache Super Bowl MVP hat nicht mehr die Klasse um den Giants zu Contender-Status zu verhelfen. Überraschenderweise startete er jedoch in allen Spielen der letzten Saison. Wenn General Manager Dave Gettleman in der Free Agency aktiver werden möchte, steht sogar ein Cut des 38-jährigen im Raum. Dadurch würden weitere 17 Millionen Dollar, die in andere Verträge gesteckt werden könnten, frei. 

      Kyle Lauletta bekam, abseits von Preseason Snaps, keine Chance sein Talent unter Beweis zu stellen. Für den Viertrundenpick des letzten Jahres sieht die Zukunft in New York auch aufgrund des wieder sehr hohen Erstrundenpicks (6thoverall) eher düster aus. 

      Erwartung: Die Giants nutzen ihren hohen Erstrundenpick und holen sich ihren Quarterback für die Zukunft. Je nach Draftverlauf sollte Kyler Murray oder Dwayne Haskins den Weg an die Ostküste finden. 

      Offensive Line

      Nate Solders zweite Saisonhälfte 2018 macht zwar Mut, jedoch fehlt es vor allem auf der rechten Seite der Line eindeutig an Qualität. Vor allem das Run Blocking von Center Spencer Pulley, Right Guard Jamon Brown und Right Tackle Chad Wheeler war mit 110 erlaubten „Tackles for loss“ absolut unterirdisch. 
      Um einen eventuellen Rookie Quarterback und Saquon Barkley besser zu schützen, muss Dave Gettleman hier mehrfach aktiv werden. 

      Erwartung: Die Giants werden in der zweiten Runde, ähnlich wie im letzten Jahr mit Will Hernandez, in die Line investieren. Center wie Elgton Jenkins (Mississippi State) oder Erik McCoy (Texas A&M) sollten verfügbar sein. Auch in der Free Agency könnte Gettleman aktiv werden und beispielsweise ein Top Prospect wie Right Tackle Daryl Williams (Carolina Panthers), von seinem Ex-Arbeitgeber verpflichten. 

      Defensive Backfield

      Sollten die Giants in dieser Free Agency tatsächlich Landon Collins, Curtis Riley und B.W. Webb verlieren, wird die Secondary zu einer der drei Hauptprioritäten für das Front Office in New York. 

      Im letzten Jahr erlaubten die Giants 61 Completions für über 20 Yards, Rekord in der NFC. Interne Probleme mit Top Cornerback Janoris Jenkins und eine anhaltende Schulterverletzung des letztjährigen Supplemental Draftpicks Sam Bealverstärken die Sorgen für das New Yorker Franchise. 

      Erwartung: Sowohl die Free Agency als auch der Draft werden dazu genutzt diese sehr löchrige Secondary zu stärken. Eine Vertragsverlängerung von Landon Collins würde helfen, da sein konstantes Spiel als Säule für das Gerüst eines neuen Backfields fungieren könnte.
      Jedoch ist sich der Strong Safety seiner eigenen Qualität bewusst und wird wahrscheinlich auf einen großen Vertrag aus sein, welchen die Giants ohne größere Einbuße auf anderen Positionen vielleicht nicht stemmen können oder wollen. Collins selbstveranlasste Räumungen des Kabinenschließfachs und Dave Gettlemans bedeutungsschwangere Aussage: „Ist es [einen unzufriedenen Spieler zu „tagen“] wirklich wert?“ deuten darauf hin, dass die Zeichen eher auf Abschied stehen.

      Sollte die Free Agency auf der Safetyposition wieder so langsam anlaufen wie im letzten Jahr, ist es gut möglich, dass wir in der nächsten Saison neue Gesichter mit kleinerem Gehaltscheck in Backfield der Giants sehen werden.

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